Erschöpfungssyndrom: Fatigue-Test

Fatigue - Erschöpfungssyndrom- Dauermüdigkeit Dieser Test ersetzt nicht die Diagnose oder Behandlung durch Arzt oder Heilpraktiker!

Hallo beim Erschöpfungs-Kurztest! Der Fragebogen wurde spezifisch für die Beurteilung von Fatigue (chronische Erschöpfung) bei Patienten mit Krebs im renommierten MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, USA entworfen. Die Aussagekraft und hohe Testgenauigkeit bei Wiederholung besteht auch bei der hier verwendeten deutschen Übertragung des Fragebogens. Auf englisch wird der weltweit verwendete Fragebogen "Brief Fatigue Inventory" (BFI) genannt.

Der BFI besteht aus 10 verschiedenen Fragen und kann von allen Patienten ohne geistige Störungen in etwa 5 Minuten ausgefüllt werden. Der Fragebogen erfasst sechs verschiedene Dimensionen des menschlichen Lebens, nämlich Aktivität, Stimmung, Gehvermögen, Arbeit, Beziehung zu anderen Menschen und Lebensfreude.

Mit Hilfe dieses Fragebogens können Grenzen für die Ausprägung von Fatigue festgestellt werden, also den Schweregrad.

Bitte klicken Sie bei jeder Frage die am ehesten zutreffende Antwort an und drücken zum Schluss den Auswertungs-Knopf.

Im Laufe unseres Lebens haben die meisten von uns Zeiten, zu denen sie sich sehr müde oder matt fühlen. Haben Sie sich in der letzten Woche ungewöhnlich müde oder matt gefühlt?
Bitte klicken Sie die Zahl an, die aussagt, welche Ermüdung (Müdigkeit, Mattigkeit) Sie gerade jetzt fühlen:
(0 = keine Müdigkeit, 10 = stärkste vorstellbare Müdigkeit)
Bitte klicken Sie die Zahl an, die aussagt, die Ihre übliche Ermüdung (Müdigkeit, Mattigkeit) in den letzten 24 Stunden beschreibt:
(0 = keine Müdigkeit, 10 = stärkste vorstellbare Müdigkeit)
Bitte klicken Sie die Zahl an, die aussagt, die Ihre stärkste Ermüdung (Müdigkeit, Mattigkeit) in den letzten 24 Stunden beschreibt:
(0 = keine Müdigkeit, 10 = stärkste vorstellbare Müdigkeit)
Bitte klicken Sie die Zahl an, die angibt, wie stark Ihre Ermüdung (Müdigkeit, Mattigkeit) Sie in den vergangenen 24 Stunden beeinträchtigt hat:
Allgemeine Aktivität
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung
Stimmung
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung
Gehvermögen
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung
Normale Arbeit (sowohl außerhalb des Hauses als auch Hausarbeit)
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung
Beziehung zu anderen Menschen
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung
Lebensfreude
(0 = keine  Beeinträchtigung, 10 = vollständige Beeinträchtigung

(Tumorbedingte) Fatigue aus Sicht der Patienten

• Fatigue wird von den Patienten selbst als das belastendste aller Symptome bezeichnet.
• Es können drei Dimensionen der (tumorbedingten) Fatigue unterschieden werden: die physische, die emotionale und die kognitive Müdigkeit.
• Bei physischer Müdigkeit herrschen vor: reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit, Schwäche, unüblicher Schlafbedarf, Müdigkeit und ein erhöhtes Ruhebedürfnis.
• Die emotionale Müdigkeit wird durch fehlende Motivation, reduzierte Energie, mangelnden Antrieb, Traurigkeit und Angst definiert.
• Durch Konzentrations- und Denkstörungen und Schlafprobleme wird die kognitive Müdigkeit umschrieben.
• Zudem schränkt Fatigue die Lebensqualität der Patienten stark ein.
• Patienten beschreiben, dass Fatigue in der (Krebs-)therapie zu wenig berücksichtigt wird.
Quelle: Karl Reif: Grundlagen der evidenzbasierten Patientenschulung zur tumorbedingten Fatigue: Stand der Forschung. 27. Deutscher Krebskongress, 2006, Berlin.

Zusatzinfos zum Chronischen Erschöpfungsyndrom

Definition

Das chronische Müdigkeitssyndrom bezeichnet medizinisch nicht erklärbare Erschöpfungszustände, die länger als sechs Monate anhalten, neu aufgetreten sind, durch Erholung nicht wesentlich verbessert werden und nicht als Folge von Anstrengung entstehen.

Synonyme: chronisches Erschöpfungssyndrom, chronic fatigue Syndrome (CFS).

Ursachen

Warum das Syndrom entsteht, ist unklar. Man vermutet, dass chronische Infektionen, Störungen des Immunsystems, Muskelerkrankungen oder psychische Störungen das Krankheitsbild begünstigen.

Symptome

Die Patienten sind ständig müde und können sich schlecht konzentrieren. Sie leiden unter Kopf-, Hals-, Muskel- und/ oder Gliederschmerzen, depressiven Verstimmungen, Ohrgeräuschen, Sehstörungen, Muskelzuckungen und/ oder subfebrilen Temperaturen. Manche Patienten haben Angstgefühle, einige leiden unter Allergien. Nach körperlicher Anstrengung verschlechtert sich oft die Müdigkeit.

Diagnose

Ein chronisches Müdigkeitssyndrom wird aufgrund der Symptome diagnostiziert. Man unterscheidet Haupt- und Nebenkriterien.

Hauptkriterien. Die Erschöpfungszustände:

  • sind neu aufgetreten,
  • sind keine Folge von körperlicher oder psychischer Anstrengung,
  • bessern sich durch Pausen oder Ruhe nicht wesentlich,
  • führen dazu, dass frühere Aktivitäten reduziert werden.

Nebenkriterien. Dies sind:

  • Gedächtnisstörungen, die der Patient selbst empfindet, die aber nicht objektivierbar sind,
  • schmerzhafte Lymphknoten,
  • Muskelschmerzen,
  • Gelenkschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlaf wird nicht als erholsam empfunden,
  • noch über 24 Stunden nach Anstrengungen fühlt sich der Patient krank.

Differentialdiagnose

Andere Erkrankungen, die chronische Müdigkeit auslösen können, müssen mit entsprechenden Labor- oder technischen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Erkrankungen, die mit Müdigkeit und Erschöpfung einhergehen können sind zum Beispiel Anämie, Infektionskrankheiten, Schlafapnoe-Syndrom, Morbus Addison, Cushing-Syndrom, Hypothyreose, Hypopituitarismus, bösartige Tumoren, Psychosen und Depressionen.

Behandlung des Erschöpfungssyndroms

Patienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom sollten sich regelmäßig körperlich betätigen, aber Überanstrengung vermeiden. Einigen Patienten helfen Massagen, Akupunktur, chiropraktische Maßnahmen, Hypnose oder Tai Chi. Gegen die Schmerzen helfen nichtsteroidale Antiphlogistika.

Ist ein Patient häufig tagsüber müde, kann der wachmachende Wirkstoff Modafinil möglicherweise helfen. Zurzeit werden Arzneimittel erprobt, die die Ursache des CFS behandeln könnten.

Prognose / Krankheitsverlauf

Bei einem Drittel der Patienten bessert sich die Erkrankung.

zitiert nach:


Validierung der deutschen Version des Brief Fatigue Inventory-Fragebogens zum Schweregrad von Müdigkeit und Erschöpfung.

Sedierung und Müdigkeit gehören zu den häufigsten Symptomen bei Krebspatienten. Eine detaillierte Beurteilung dieser Symptome ist notwendig, um die therapeutischen Effekte, wie zum Beispiel die Verwendung von Methylphenidat oder den Vergleich verschiedener Opioide, zu bewerten. Das Brief Fatigue Inventory (BFI) wurde als kurzes und umfassendes Instrument zur Beurteilung des Schweregrades von Müdigkeit und müdigkeitsbedingten Beeinträchtigungen bei Krebspatienten validiert. Wir haben die deutsche Version des BFI-Fragebogens bei Patienten mit chronischen krebsbedingten und nicht krebsbedingten Schmerzen, die in einem tertiären Schmerzzentrum behandelt wurden, validiert. Patienten, die in der Schmerzklinik der Abteilung für Anästhesiologie behandelt wurden, füllten den BFI-Fragebogen, das Minimal-Dokumentations-System (MIDOS) und die Kurzform des Lebensqualitäts-Fragebogens SF-36 aus. Die Zuverlässigkeit der Tests wurde mit einem zweiten BFI unmittelbar nach der Konsultation und in einer Untergruppe von Patienten nach 3 bis 7 Tagen bewertet. Neunzehn Prozent der 117 Patienten wurden wegen krebsbedingter Schmerzen behandelt (C); die anderen Patienten litten an chronischen, starken Schmerzen nicht malignen Ursprungs (NC). Die Patienten berichteten über Mittelwerte für die durchschnittliche Müdigkeit von 3,9 (C) und 4,9 (NC) und für die schlimmste Müdigkeit von 5,5 (C) und 6,2 (NC). Der Mittelwert der 6 Beeinträchtigungen lag in beiden Gruppen bei 4,3. Die Faktorenanalyse führte zu einer Lösung mit einem gemeinsamen Faktor für alle neun Items. Die Müdigkeit auf dem BFI korrelierte stark mit „Müdigkeitsgefühl“ bei SF-36 und mit „Sedierung“ bei MIDOS, und weniger mit „Erschöpfung“ bei SF-36 und „Schwäche“ bei MIDOS. Die interne Konsistenz war hoch, ebenso wie die Zuverlässigkeit der Test-Wiederholung, mit einer Korrelation der Intensität, den Durchschnittswerten von 0,93 und den mittleren Werten der Beeinträchtigung von 0,87. Zusammenfassend fanden wir die deutsche Version des BFI-Fragebogens als zuverlässig und gültig für Krebs- und Nichtkrebspatienten. Bei der Validierung wurden geringfügige Unterschiede gegenüber der ursprünglichen Version festgestellt.

Lukas Radbruch1, Rainer Sabatowski, Frank Elsner, Jan Everts, Tito Mendoza, Charles Cleeland.
1Department of Palliative Medicine, University of Aachen, Aachen, Germany.

Quelle: Radbruch L, Sabatowski R, Elsner F, Everts J, Mendoza T, Cleeland C: Validation of the German version of the brief fatigue inventory. J Pain Symptom Manage. 2003 May;25(5):449-58 (Kurzfassung(en): PMID, DOI).

• Bildnachweis: Dmitry Schemelev (unsplash.com, h5xANSOT2qY).
• Quellen-Angaben
– Mendoza TR, Wang XS, Cleeland CS, Morrissey M, Johnson BA, Wendt JK, Huber SL: The rapid assessment of fatigue severity in cancer patients: use of the Brief Fatigue Inventory. Cancer. 1999 Mar 1;85(5):1186-96 (PMID).
– Radbruch L, Sabatowski R, Elsner F, Everts J, Mendoza T, Cleeland C: Validation of the German version of the brief fatigue inventory. J Pain Symptom Manage. 2003 May;25(5):449-58 (DOI | PMID).

• Zusatzinfo: Untersuchung der Wirkungen von Ginseng-Einnahme auf Krebs-Fatigue und Lebensqualität bei Patienten mit nicht-metastasiertem Krebs.